Urheberrecht

Die digitale Gesellschaft von heute erleichtert in vielerlei Weise die Informationsbeschaffung für das eigene schöpferische Werk bis hin zu einer Ideenabschöpfung fremder Werke. Vielen Menschen fällt es daher immer schwerer, geistige Werke oder Inhalte als urheberrechtliches Eigentumsrecht zu begreifen. Eine gewisse Selbstbedienungsmentalität macht sich breit. Und so werden bestehende Schutzrechte und Schutzgesetze einfach vergessen, ignoriert oder gar mit Füßen getreten. Jeder sollte sich daher im Klaren sein, dass gerade die Wertschöpfung des Urhebers ein Motor unserer Zeit, unserer Gesellschaft ist, der für die Vorwärtsentwicklung sorgt. Was wären wir und vor allem wo, ohne die schöpferischen Ideen vieler kluger und engagierter Köpfe, ohne ihr Schaffen und ohne ihr oft uneigennütziges Wirken? Die Wertschätzung und Anerkennung des Urhebers sollte unsere Gesellschaft und unser Zusammenwirken auch im Bereich der Genealogie auszeichnen.

Grundlegende Schutznormen für das Urheberrecht wurden im Urheberrechtsgesetz (UrhG) festgeschrieben, das zuletzt durch das Gesetz vom 01.01.2013 (BGBl. I S. 3728) mit Wirkung vom 01.01.2014 geändert wurde.

 

Nach diesen Bestimmungen genießen persönlich geistige Schöpfungen urheberrechtlichen Schutz. Jede Form der Vervielfältigung, der Verbreitung und Wiedergabe darf nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Urhebers erfolgen. Der Urheber reguliert somit den Schutz seiner persönlichen kulturellen Geistesschöpfungen (Werke) und bestimmter geistiger Leistungen, die keine Schöpfungen darstellen, selbst durch Nutzungsrechte. Und so sind jede Formen von Reproduktionen des Archivgutes erlaubnispflichtig.

Geschützt ist eine Idee immer erst dann, wenn Sie niedergeschrieben oder realisiert wurde. Die Voraussetzung für das Entstehen des Urheberrechts ist also die materielle Umsetzung der Idee.

Allein auf das Sammeln und Verwahren von historischen Daten kann es daher noch kein Urheberschutz geben. Selbst auf die genealogischen Vitaldaten einer Person kann es kein Urheberschutz geben, da diese Daten nicht in urheberrechtlicher Art und Weise einer Idee entstammen, sondern vielmehr aufgefunden wurden, also einer einschlägigen Quelle entstammen.

Erst mit der schöpferischen Verarbeitung der gesammelten Informationen in einem eigenständigen Werk (z.B. Familienchronik) wird das Urheberrecht aktiviert. Dabei gilt insbesondere in der Bundesrepublik Deutschland, dass keine bestimmten Formalitäten, wie etwa die Kennzeichnung durch das Copyright-Symbol, zu erfüllen sind. Der Schutz tritt mit dem Schöpfungsakt von selbst ein und setzt, außer bei technischen Schutzrechten, keine Eintragung in einem Register voraus.

 

Ermittelte historische Daten, Tatsachen und Fakten können also kein Urheberschutz entwickeln, solange sie nicht schöpferisch in einem Werk verarbeitet werden oder wurden. Die allgemeine Schutzfrist eines Werkes beträgt 70 Jahre vom Tod des Urhebers an gerechnet, ausnahmsweise aber auch mit geringeren Schutzfristen vom Herstellen, Erscheinen bzw. Veröffentlichung eines Werkes an. So zum Beispiel für Lichtbilder oder Künstlerdarbietungen 50 Jahre, für Reprints 25 Jahre, für Datenbanken 15 Jahre oder für abgebildete Personen 10 Jahre nach deren Tod.

Vorsorglich ist ein bestehendes Urheberrecht in jedem Falle zu beachten, da eine Verletzung des Urheberrechtes eine zivilrechtliche oder gar strafrechtliche Verfolgung nach sich ziehen kann.

Das Urheberrecht ist zugleich Grundlage und Anreiz des schöpferischen Lebens einer starken Gesellschaft.